Die Europa Versicherung – Erfahrungen- Vor- und Nachteile der Rürup und Basisrente und Alternativen

Einleitung

Häufig werde ich von Mandanten in der Phase der konkreten Produktwahl angesprochen, wie denn die Basisrente der Europa einzuschätzen ist, die in vielen Vergleichstests als Testsieger hervorgegangen ist. Der Nachfolgende Artikel gibt einen Einblick in Stärken und Schwächen des Produkts und vergleicht sie mit Alternativen.

Allgemeines und Historie

Die Geschichte der Europa-Gesellschaften geht auf die Gründung der Europa Krankenversicherung AG im Jahr 1959 zurück. 1969 gründeten sich die Europa Lebensversicherung AG und 1976 die Europa Sachversicherung AG.

Im Jahre 1983 erfolgte die Einbindung in den Continentale Versicherungsbverbund . Im Jahre 2010 verschmolz die Europa Krankenversicherung AG mit der Europa Sachversicherung AG und ging somit in die Europa Versicherung AG auf. Mit rd. 100 Mitarbeitern hat sie eine eher kleine Belegschaft und kann so als Direktversicherer recht kostengünstige Produkte anbieten. Gerade bei einfach strukturierten Produkten wie Krankenzusatzversicherung oder Risikolebensversicherung macht sich dies positiv bemerkbar und ist auch alles durchaus empfehlenswert.

Produktangebot der Europa im Bereich Rürup- und Basisrente

Die Europa bietet neben einer klassischen Deckungsstocklösung, wo sie aufgrund ihrer sehr günstigen Kostenstruktur im Bereich Abschluss- und Verwaltungskosten etwas höhere garantierte Rentenfaktoren anbietet und dadurch häufig in Vergleichstests den Spitzenplatz belegt hat, auch eine fondsbasierte Basisrente an.

Dieses Angebotsvariante werde ich nachfolgend exemplarisch an einem Beispiel mal konkreter betrachten.

Kennzahlen der Gesellschaft

Um eine Gesellschaft nachhaltig und perspektivisch einschätzen zu können, ist es wichtig einen Blick auf die wichtigsten Unternehmenskennzahlen zu werfen. Für eine Rüruprente ist besonders der Bereich der Kapitalanlage relevant. Hier sind die wesentlichen Kennziffern in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:

Wesentliche Kennzahlen der Europa auf Kapitalanlageseite

In der Tabelle zeigt sich, dass die Europa durch die anhaltende Niedrigzinsphase in der Verzinsung gegenüber dem Markt deutlich ins Hintertreffen geraten ist und auf Jahressicht 1,05 % und auf 3- Jahres Sicht 0,78 % p.a. liegt. Das sind extreme Abstände. Die Europa gehört damit aktuell zu den Schlusslichtern des Marktes, was die Erträge bei den Kapitalanlagen betrifft.

Negativ wirkt sich hier aus, dass die Europa keinen Immobilienbesitz hat, der auch heute noch eine gewisse Verzinsung gewährleistet. Hier fehlt sicher auch Manpower und Kompetenz im Bereich des Kapitalanlagemanagements.

Die Fondsgebundene Basisrente der Europa

Die fondsgebundene Basisrente schneidet häufig als Testsieger ab, denn gerade auf der Kostenseite schneidet sie zu recht sehr gut ab und zählt zu den besten Angeboten des Marktes.

Die Fondsauswahl

Einer der Schwachpunkte war bisher, dass Sie keine ETFs im Angebot hat. Dies hat sich kürzlich geändert, inzwischen wurden 7 ETFs von Ishares ins Fondsangebot aufgenommen. Das Angebot der Europa besteht aktuell aus 45 Fonds und ist in Breite und Qualität deutlich hinter den anderen führenden Anbietern einzuordnen, die teilweise bis zu 150 Fonds im Angebot haben.

Auffällig ist, dass man immer noch Portfolien anbietet, in denen teure „Pseudo ETFs“ von Pictet angeboten werden. Auch institutionelle Fondsklassen findet man vergeblich im Angebot. Hier ist sicherlich Teil des Geschäftsmodells die günstige Kostenstruktur durch Einbehalten der Kickbacks zu kompensieren.

Auffällig ist auch, dass man teilweise Fonds mit in das Programm aufgenommen hat, die leider zu den Negativbeispielen für aktives Fondsmanagement in den letzten Jahren gehören wie der Dirk Müller Premium Aktien Fonds. Die Fondsauswahl lässt generell den Schluss zu, dass hier ebenfalls ein wenig an Expertise und auch Ressourcen mangelt ein breites qualitativ hochwertiges Fondsangebot bieten zu können. Hier erkennt man einen Nachteil, der durch die geringen Produktkosten verursacht wird. Eine breite Fondsauswahl ist aufwendig in Ihrer Pflege und benötigt mehr Mitarbeiter, die nicht durch das Produkt finanziert sind.

Auszug aus der Fondsauswahl der fondsgebundenen Basisrente der Europa

Nachfolgend wird in den folgenden Grafiken mal das Potential eines guten Fondsangebots verbunden mit einer entsprechenden Fondsselektion aufgezeigt. Seit 2016 werden verschiedene Anlagen über 5 Jahre in einem Sparplan von 500 Euro verglichen. Es zeigt sich, dass man ein ETF auf den MSCI World oder empfohlene ETF Portfolien (RAISIN, Kommer oder Arero) durchaus nachhaltig outperformen kann.

Sparplan empfohlenes Rürup Portfolio vs. Index und ETF Porfolien
Performance – Volatilität Rürup – Rendite
Vergleich Rürup Portfolio vs. ETF Portfolien

Wie man an dem tabellarischen Vergleich erkennen kann, ist bei gleicher Volatilität rd. 5 % p.a. (21,27 % p.a vs. 16,04 % – MSCI World ETF) Outperformance seit 2016 erzielt worden.

Die Kostenstruktur

Die sehr günstige Kostenstruktur ist sicherlich das Highlight bei der Europa. Neben den Abschlusskosten Alpha von 2,5 % auf die Vertragssumme fallen nur noch Vertragskosten Kappa von 30 Euro pro Jahr an. Hiermit ist die Europa in den Effektivkosten 0,5 % bis 0,9% p.a. günstiger als die weiteren Premium Anbieter des Marktes.

Der nachfolgende Vergleich zeigt allerdings an einem Musterfall 30 Jahre Laufzeit – 500 Euro Sparrate, dass der Top Anbieter hier in der Gesamtperformance nach Kosten mithalten kann, wenn man unterstellt, dass man gleichwertige Fonds zum Index findet und damit die institutionellen Fonds zur Kompensation der Kosten beitragen.

Auszug aus meinem Kostenanalysetool
Vertragsverlauf (Blau Europa – Grau Top Anbieter)

Grundsätzlich stellt die Europa in Bezug auf die Kosten wahrscheinlich die Topwahl des Marktes dar, allerdings ohne eine Chance auf nachhaltige Outperformance der Indizes, so dass man mit einer guten kostengünstigen aktiven Auswahl den Kostenvorteil kompensieren kann, wie der Kostenvergleich und die nachfolgenden Grafiken zeigem.

Die Rentenphase bei der Europa Basisrente

Die Rentenphase ist derzeit der wichtigste Parameter bei der Selektion einer Basisrente. Zugleich stellt dies sicher „Achillesphase“ von nahezu jeden Anbieter dar. Bei Rentenbeginn wird die gesamte Fondsanlage liquidiert und dann im klassischen Deckungsstock angelegt. Die Europa hat hier, wie oben aufgezeigt, derzeit stetig fallende Verzinsungen vorzuweisen, so dass hier sukzessive fallende Rentenprognose die logische Konsequenz sind. Nur eine nachhaltige Zinswende das Problem lösen.

Die Europa hat im Beispielfall einen garantierten Rentenfaktor von 25,72 Euro pro 10.000 Euro Vertragsguthaben und prognostiziert im Rahmen der dynamischen Rente 26,95 Euro pro 10.000 Euro. Damit wäre der Vertrag trotz günstiger Kostenstruktur unrentabel.

Ein Beispiel – im Vergleich mit Alternativen

Nachfolgend werden ich an folgendem Musterfall die Europa Basisrente mit 2 attraktiven Top Anbietern vergleichen.

  • Eine Person, Jahrgang 1984
  • Rentenbeginn mit 67 – also 30 Jahre Laufzeit
  • Sparrate 500 Euro pro Monat

Die nachfolgende Grafik ist ein Auszug aus meinem Berechnungstool, mit dem ich jeden Rürup Anbieter exakt mathematisch analysieren kann:

Nachfolgend fasse ich die Ergebnisse zusammen:

  • Gesellschaft 1 schlägt das Europa Angebot in der Kostenquote auf Produktebene, allerdings ohne die Option des Einsatz von ETFs, so dass man hier an die Performance der Zur Verfügung stehenden Fonds glauben muss
  • Gesellschaft 2 ist derzeit der attraktivste Anbieter des Marktes, bietet eine breite ETF Fondsauswahl UND ein breites Portfolio institutioneller aktiver Fonds
  • Wenn man hier ist von einer Outperformance von 0,6 bis 0,7 % p.a. ausgeht ist Gesellschaft 2 in der Gesamtperformance trotz 0,93 % p.a. höherer Effektivkosten auch in der Ansparphase rentabler als die Europa Fonds Basisrente
  • Gesellschaft 2 hat zusätzlich eine Lösung für die Rentenphase, dass das Geld nicht verkauft werden muss, sondern weiter fonds- /ETF basiert angelegt bleibt – dies führt zu einem um ca. 50 % höheren realistischen Rentenfaktor und damit auch 50 % mehr Rente

Konkret sind bei der Europa Basisrente ca. 1.450 bis 1.500 Euro Rente realistisch – bei Gesellschaft 2 ist mit 2.250 Euro eine ca. 50 % höhere monatliche Rente wahrscheinlich.

Fazit

Die Europa Rüruprente ist in der Ansparphase eine attraktive, kostengünstige Lösung. Allerdings ist die Lösung in der Rentenphase eher unbefriedigend. Die Europa hat zunehmend eine niedrigere Verzinsung und fällt im Marktvergleich hier deutlich ab.

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