Raisin Pension – FAIRR Rürup ETF – Vor- und Nachteile des Produktes – Alternativen

Das Produkt und die Historie

Grundsätzlich ist die Rüruprente derzeit das rentabelste Tool für jeden, egal ob nun angestellt, selbständig oder verbeamtet, um steuerbegünstigt Rentenwerte aufzubauen, wenn das Produkt fair kalkuliert und damit in der Gesamtbetrachtung rentabel ist.

Im Jahr 2013 wurde von 3 innovativen Gründern die Fairr GmbH als Fintech gegründet. Die sehr begrüßenswerte Idee war bei Gründung Altersvorsorge Produkte transparenter und kostengünstiger umzusetzen.

Zunächst wurde mit FAIRR Riester eine Riesterlösung auf Basis eines ETF Sparplans angeboten. Auf den ersten Blick ein attraktives und transparentes Produkt. Als Depotbank fungiert die Max Sutor Bank und als Versicherer für die Rentenphase die My Life Lebensversicherung.

Hier hat mich schon beim Start des Produktes überrascht, dass man sich wohl wenig Gedanken über den wesentlichen Schwachpunkt der Riesterrente, die gesetzlich vorgeschriebene Garantie gemacht hat.

Im Jahr 2020 wurden hier in der Corona Krise zyklisch in Anleihen umgeschichtet, so dass ein Großteil des Wiederanstieges verpasst worden ist. Offen gesagt habe ich starke Zweifel, ob das Produkt mittelfristig aktiv fortgeführt werden kann mit einer hohen Aktienquote, da auch rein rechtlich gemäß Auflagen der Bafin formal ein Nachweis über Sicherstellung der Garantiezusagen erbracht werden muss. Hier bedarf es sicher einer auch kostenintensiven Optimierung des Produktes, um ein nachhaltiges Garantie Management zu gewährleisten.

Grundsätzlich bremsen bei Riester gesetzliche Vorgaben, in diesem Fall die 100 % Garantie, das Produkt stark aus. Diesen Nachteil hat die Rürup Rente nicht – in 2015 wurde das Produktangebot von Fairr um eine ETF basierte Rüruprente erweitert.

In 2019 wurde die FAIRR GmbH seitens Raisin übernommen. Raisin hat seine Wurzeln laut Wikipedia in der Mitteleuropäischen Bank und nutzt die Plattform Weltsparen um Dienstleistungen zur Thematik ETF Sparplänen sowie Anlage von Tagesgeldern und Festgeldern anzubieten.

Laut Wikipedia hat das Unternehmen 27 (!) Mitarbeiter. Die Google Rezensionen deuten darauf hin, dass ein telefonischer Kontakt bzw. Service eher schwierig ist, was gerade in Krisenphasen, wo sich auch durchaus der Mehrwert eine guten Beraters zeigt, zur Herausforderung wird.

Die Raisin (FAIRR) Rürup ETF Rente

Nachfolgend gehe ich auf die Rahmendaten des Produktes detaillierter ein.

Die Kosten

Mit 0,4 % p.a. aufs Fondsguthaben und 36 Euro p.a. pauschale Kosten ist das Produkt sehr günstig. Bestenfalls eine Europa Versicherung sowie ein weiterer Anbieter mit Bonus Modell (eine Empfehlung von mir) ist hier günstiger.

Die Fondsauswahl – Anlageoptionen

Das Raisin ETF Rürup Produkt bietet etwas über 100 Fonds an. Größtenteils ETFs, ansonsten gibt es wohl eine Kooperation mit der Siemens Fondsgesellschaft sowie wird das Arero Konzept angeboten.

Auch hier haben wir ein sehr kostengünstige Lösung auf der Anlageseite. Grundsätzlich stellt sich an diesem Punkt die Frage, machen aktive Fonds Sinn (dies ist am Markt derzeit Philosophiefrage) UND worin besteht der Mehrwert eines Beraters.

Ich persönlich glaube recht stark an eine systematische (!) Outperformance, wenn man günstige (Institutionelle) Fonds mit einer intelligenten Fondsselektion, die auch angepasst wird, kombiniert. Dieser Mehrwert wird in den nächsten Jahren zunehmen, da intelligente Fondsmanager die Anlagesystematiken von indexnahen Investments für logische Outperformance für sich zu nutzen wissen sollten.

Nachfolgend ist ein kurzer Auszug meiner Analyse (Aktiv vs. passiv) dargestellt, die ich Ende 2019 angefertigt habe.

Performance Vergleich ETF vs. Aktive Fonds von 2000 bis Ende 2019

Im Mittel schlägt ein aktiver Fonds gerade auf internationaler Ebene den Index nicht, was auch nicht verwunderlich ist, denn das Mittel aller Fonds müsste ca. 1,5 % p.a. Outperformance rausholen. Beeindruckend ist, dass dies beim Dax und EuroStoxx 50 trotzdem der Fall ist und die Internationalen Aktienfonds „nur“ 0,36 % p.a. geringer in der Performance sind.

Nun kommen 2 Dinge zum Tragen, die Sie mit Raisin Rürup ETF NICHT bekommen

  • Ein institutioneller Fonds, der 0,6 bis 0,9 % p.a. günstiger ist
  • Der Mehrwert durch intelligente Fondsselektion in Zusammenarbeit mit einem Berater wie mir

Hierzu 3 Beispiele aus der Historie:

  • Im Jahr 2009 habe ich März eine Empfehlung zu einer mutigen antizyklischen Umschichtung gegeben, die die komplette Finanzkrise 2008 in weniger 5 Monaten nahezu kompensiert hat(danach folgte eine defensive Ausrichtung)
  • Seit 2010 bespare Ich Fonds im Bereich Asien und Schwellenländer (Outperformance gegenüber Index zwischen 0,8 bis 8 (!) % p.a.) bis Ende 2020 nach Kosten
  • Meine Strategische Fondsaufstellung in der Vermögensverwaltung seit 2015 vs. MSCI World
Im März 2009 führte diese Umschichtung zu 100 % Performance in 5 Monaten ( zum Vergleich S&P 500 und MSCI World 25 %)
Sparplan Performance seit 2010 – aktive Fonds (keine Institutionelle Tranche) vs. Index (ETF 0,6 % p,a, Kosten)
Depot Strategien mit insitutionellen Fonds vs. MSCI World ETF

Zwischenfazit

Die RAISIN ETF Rüruprente Fondsauswahl ist kostengünstig und breit, allerdings gibt es keine Chance auf Outperformance gegenüber dem Index und man muss selbst aktiv die Anlage überwachen. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Berater kann hier im Laufe der Zeit deutliche Mehrwerte schaffen, die die Kosten des Beraters um ein vielfaches überwiegen.

Die Rentenphase

Da der Produktgeber/Versicherer als lebenslange Rente leisten muss, hatte Raisin (FAIRR) die Aufgabe einen Partner zu finden, der die Rentenphase übernimmt. Im Klartext. Bei Rentenbeginn wird das gesamte Fondsvermögen veräußert und zum Versicherer transferiert.

Hier hatte FAIRR Schwierigkeiten einen namhaften und stabilen Versicherer zu finden, der mit einem konkurrierenden Fintech zusammenarbeiten will.

Der Partner für die Rentenphase ist die My Life Lebensversicherung.

Die My Life Lebensversicherung

Ein Blick auf die My Life (siehe Wikipedia) offenbart eine „bewegte“ Vergangenheit. Sie wurde als Gutingia Lebensversicherung der Göttinger Gruppe gegründet. Es kam durch eher unseriöse Machenschaften 2003 zu einer Insolvenz und zum mehrfachen Verkauf des Unternehmens – insgesamt haben wir seit 2000 nun den fünften (!) Eigentümer.

Hier ist aus meiner Sicht das wesentliche Risiko im Produkt zu sehen. Die My Life Lebensversicherung hat grundsätzlich gute Ansätze und Konzepte, allerdings stehen auf Investorenseite auch Private Equity Gesellschaften, die primär ihre eigenen wirtschaftlichen Vorteile sehen. Hier ergibt sich ein klares Spannungsfeld zwischen günstigen und fairen Produkten, die weiterentwickelt werden müssen und Gewinnen auf Seiten der Geldgeber.

Das Management der My Life besteht in großen Teilen aus ehemaligen Führungskräften der Skandia Versicherung. Am Beispiel Skandia erkennt man recht gut was passiert, wenn ein Versicherer sich aus einem Markt zurückzieht

https://www.fondsprofessionell.de/news/produkte/headline/skandia-neugeschaeft-stop-in-deutschland-und-oesterreich-105544/

Meistens hat der Kunde wenig Produktsupport und man muss sich mit einer „Run Off Gesellschaft“ auseinandersetzen, die bestehende Produkte nur noch „abwickelt“.

Der Rentenfaktor

Schauen wir uns die Thematik Rentenfaktor und Rentenmethodik genauer an. Der Rentenfaktor definiert die monatliche Rente pro 10.000 Euro Vertragsguthaben. Durch die Niedrig-/Nullzinsphase haben wir hier die Achillesferse aller geförderten Altersvorsorge Produkte. Realistisch wird aktuell kaum mehr als 35 als Rentenfaktor realisierbar sein, was das Produkt recht unattraktiv macht, da man erst mit über 90 für sein Geld einen Zinsertrag bekommt. Die My Life garantiert am Markt sehr hohe Rentenfaktoren, was kaufmännisch aber nicht sonderlich schlau wirkt, da so mehr Rückstellungen für die Einhaltung der Garantien gebildet werden müssen, die wiederum zu weniger rentablen Verzinsungen in der konventionellen Rentenphase führen.

Ein Beispiel: Ein 1981 geborener Versicherter bekommt bei der My Life die folgenden Rentenfaktoren garantiert und dann auch prognostiziert:

Aktuell müsste man über 95 werden, um das angesparte Kapital unverzinst (!) zurück zu bekommen, wenn man den garantierten Rentenfaktor zu Grunde legt. Das ist nicht gerade FAIR(R)

Rentenfaktoren und Rentendauer bis Break Even bei Rentenstart mit 67

Fazit: Die Rentenphase wird eher Renditearm bzw. unverzinst sein. Man muss schon deutlich über 90 werden, um das angesparte Geld zu erhalten

Ein Vergleich RAISIN ETF gegen 2 Alternativen

Nachfolgend werden ich an folgendem Musterfall die Raisin ETF mit 2 attraktiven Top Anbietern vergleichen.

  • Eine Person, Jahrgang 1981
  • Rentenbeginn mit 67 – also 27 Jahre Laufzeit
  • Sparrate 500 Euro pro Monat

Die nachfolgende Grafik ist ein Auszug aus meinem Berechnungstool, mit dem ich jeden Rürup Anbieter exakt mathematisch analysieren kann:

Nachfolgend fasse ich die Ergebnisse zusammen:

  • Gesellschaft 1 schlägt das Raisin Angebot in der Kostenquote auf Produktebene, allerdings ohne die Option des Einsatz von ETFs, so dass man hier an die Performance der Zur Verfügung stehenden Fonds glauben muss
  • Gesellschaft 2 ist derzeit der attraktivste Anbieter des Marktes, bietet eine breite ETF Fondsauswahl UND ein breites Portfolio institutioneller aktiver Fonds
  • Wenn man hier ist von einer Outperformance von 0,6 bis 0,7 % p.a. ausgeht ist Gesellschaft 2 in der Gesamtperformance trotz 0,79 % p.a. höherer Effektivkosten auch in der Ansparphase rentabler als Raisin ETF Rürup
  • Gesellschaft 2 hat zusätzlich eine Lösung für die Rentenphase, dass das Geld nicht verkauft werden muss, sondern weiter fonds- /ETF basiert angelegt bleibt – dies führt zu einem um ca. 50 % höheren realistischen Rentenfaktor und damit auch 50 % mehr Rente

Konkret sind bei Raisin ca. 1.200 Euro Rente realistisch – bei Gesellschaft 2 ist mit 1.800 Euro eine ca, 50 % höhere monatliche Rente wahrscheinlich.

Fazit

Die RAISIN ETF Rüruprente ist in der Ansparphase eine attraktive, kostengünstige Lösung. Allerdings ist die Lösung in der Rentenphase eher unbefriedigend. Es bleiben außerdem Zweifel an einer planbaren, stabilen Entwicklung bei der My Life Versicherung, wenn man auf deren bewegte Vergangenheit und auch Größe (rd. 300 Mio. Euro Kapitalanlagen) sowie auch die Eigentümerstruktur schaut.

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